12.11.2019 - Ein erneutes Hallo von mir!

 

Nach einem doch recht turbulenten und anstrengenden ersten Monat ist nun auch schon der zweite für mich im ZFP und in Eupen vorbei. Es ist echt erstaunlich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich bin jetzt so richtig im Alltag angekommen, was so viel heißt wie jede Woche nach dem Schwimmen, wenn die Schüler sich wieder anziehen, mindestens dreimal auf die Frage „Fräulein, ist mein Rücken noch nass?“ mit „Ja“ zu antworten und fast jede Mittagspause mit Kollegen das Kreuzworträtsel in der Tageszeitung zu lösen (oder es zumindest zu versuchen). Besonders machen mir und natürlich auch den Kindern die außergewöhnlichen Projekte Spaß, die in der Schule immer wieder anstehen. So begleitete ich die Forscher mit einer Imkerin zu einem Bienenstock, nahm am Teacher’s Day teil und pflanzte zusammen mit der gesamten Schule ungefähr 200 Bäume. Aber auch „normale“ Tage bleiben selten unspektakulär und machen mir immer Spaß. Jeder Tag bietet eine neue Herausforderung, die es zu meistern gilt, doch das ist mir gerade recht, denn dies bietet mir schließlich auch die Möglichkeit, mich selbst weiterzuentwickeln. So habe ich beispielsweise meine handwerklichen Fähigkeiten auf ein neues Level gebracht (ich kann jetzt Knöpfe richtig annähen!!) und habe durch alltägliche Situationen auch schon vieles über den Umgang mit Kindern dazugelernt. Dabei fällt mir selber schon auf, wie ich mich im Vergleich zum Anfang schon verändert habe. Ich bin ihnen viel offener gegenüber, mache mehr Späße und es gelingt mir mich öfter auch mal durchzusetzen. Dennoch bleibt es anstrengend, auch wenn ich mich mittlerweile daran gewöhnt habe, dass ich abends einfach nur ins Bett fallen möchte, morgens nicht aufstehen will, weil ich noch so müde bin, aber die Vorfreude auf die Schule lockt mich dann doch aus den Federn. Die Zeit im Bus nutze ich aber trotzdem, um noch mehr schlafen zu können..

 

In den Allerheiligenferien nutzten ich und zwei weitere Freiwillige unsere freie Zeit und fuhren für fünf Tage ins wunderschöne Paris. Für mich war es der erste aber hoffentlich nicht letzte Besuch in der französischen Hauptstadt. Paris ist tatsächlich zu einer meiner Lieblingsstädte geworden. Neben den klassischen Touristenattraktionen, die ich natürlich unbedingt sehen wollte, wie den Eiffelturm, Notre-Dame und den Arc de Triumph, haben wir auch viele kleine Gässchen erkundet, waren im Montmartre (was mir bis dato noch nicht bekannt war) und haben im Marais die kleinen Geschäfte bestaunt. Auch wenn es nur kurze fünf Tage waren, hatten wir das Gefühl, den Pariser Flair wenigstens ein bisschen, aufgeschnappt zu haben. Mit Pausen in gemütlichen Cafés mischten wir uns unter die Pariser und schlossen uns einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen an: auch im etwas frischen Oktober draußen (unter Wärmestrahlern wohlgemerkt) mit einer Tasse Tee oder einem Kaffee in der Hand zu sitzen. Dabei beobachteten wir die vorbeischlendernden Pärchen, verwirrten Touristen und die Pariser in ihrem Alltag. Von der französischen Küche und der Backkunst (an die ich persönlich sehr hohe Erwartungen gestellt hatte) wurden wir nicht enttäuscht. Von der Zwiebelsuppe über Crêpes bis hin zu dem fluffigsten Croissant, das ich je gegessen habe, war ich mehr als zufriedengestellt. So hatten wir auch mal den Wunsch, unsere Barretts vor den Köchen zu ziehen.

Dadurch, dass eine der Freiwilligen bereits dreimal in Paris war, konnte sie uns super durch die Stadt leiten, kannte sich mit der Metro aus und zeigte uns auch weniger bekannte Orte. (An dieser Stelle: Danke Charly)

 

In der nächsten Zeit möchte ich mir auch verstärkt Belgien anschauen, wozu ich durch das On-Arrival-Training, welches in zwei Wochen in Brüssel stattfindet, bereits die Gelegenheit bekomme. Näheres dazu und was das On-Arrival-Training überhaupt ist, gibt es in der Novemberausgabe.

 

Mit diesen Worten verabschiede ich mich für diesen Monat und hoffe, dass euch diese kleinen Einblicke in mein Leben hier in Eupen gefallen und ihr weiterhin meine Kolumne lesen werdet.

 

Bis nächsten Monat

Vanessa

 

 

23.10.2019 - Über das Leben einer Freiwilligen in Eupen und Sankt Vith

 

Hallo alle zusammen,

ich bin Vanessa, 18 Jahre alt und komme aus Deutschland. Seit einem Monat bin ich jetzt schon hier in Belgien im ZFP St. Vith als Europäische Freiwillige. In dieser Kolumne werde ich euch ungefähr einmal im Monat etwas mehr erzählen, wie es ist eine Freiwillige im ZFP zu sein und was ich alles erlebe.

 

Der erster meiner zehn Monate hier ist scheinbar nur so an mir vorbeigezogen, denn ich erinnere mich noch an meine Ankunft in Eupen als wäre es gestern gewesen. Es war ein warmer Samstag in Eupen gefüllt mit Erwartungen, Spannung, aber bis zu einem gewissen Grad auch mit Unsicherheit. Immerhin ist es das erste Mal, dass ich für einen längeren Zeitraum alleine ohne Eltern leben werde und noch dazu im Ausland! Wie würde die Schule sein? Würde ich mich gut einleben können? Wie ist das Zusammenleben mit meiner Mitbewohnerin? Diese hatte ich immerhin noch nie zuvor gesehen. Doch nachdem wir dann unsere Sachen alle ausgepackt hatten, war mir klar gewesen, dass mir das „WG-Leben“ keinerlei Probleme bereiten würde. So begannen die ersten vier Wochen, die letzten Endes voll bepackt waren mit neuen Gesichtern und Namen, einem neuen Alltag und neuen Erfahrungen. Ich glaube nicht, dass ich in meinem Leben in vier Wochen schon so viel Neues erlebt und probiert habe, sei es Essen, Aktivitäten oder Aufgaben, die ich übernommen habe.

Dabei fiel mir das Einleben auch im ZFP erstaunlich leicht und ich wusste schnell, was ich so ungefähr zu tun habe. Wobei es wohl noch Wochen dauern wird, ehe ich weiß, wohin die ganzen Bastelsachen weggeräumt werden. Die beste Erfahrung, die ich bisher machen konnte, war die Freundlichkeit, die mir an den Tag gelegt wird. Sowohl die Lehrerinnen und Lehrer als auch die Kinder waren mir gegenüber sehr offen und haben mich in ihre Gemeinschaft wunderbar aufgenommen. Ich kann es gar nicht begreifen, wie sehr mir alle bereits jetzt schon ans Herz gewachsen sind.

Es ist erstaunlich wie schnell ich mich an meine Aufgaben gewöhnt habe und es macht mir riesigen Spaß den Kindern im Unterricht zu helfen, mit ihnen zu basteln oder zu spielen. Natürlich ist der Schulalltag ganz schön anstrengend und manchmal auch nervenaufreibend, vor allem wenn es Konflikte gibt, doch ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben.

Obwohl Eupen im Gegensatz zu meiner Heimatstadt ein ganzes Stück kleiner ist, kann man hier als Freiwillige(r) ziemlich viel erleben. Insgesamt sind wir hier zu siebt, also vier Freiwillige im ZFP und noch drei weitere, die in anderen Organisationen arbeiten. Es findet sich immer etwas, das man zusammen an den Wochenenden oder Abenden machen kann. So waren wir bereits in Aachen, an der Wesertalsperre, auf der Kirmes in der Unterstadt oder haben zusammen gekocht, was ziemlich abenteuerlich werden kann in einem kleinen Zimmer mit einem ziemlich kleinen Topf.

 

 

Ich kann sagen, dass ich in diesem Monat schon so viel über mich selbst und die belgische Kultur gelernt habe, dass ich mich wohl sehr auf die kommenden Monate freue. Mal schauen, was mich so alles erwarten wird, welche Aufgaben ich übernehmen darf und was Belgien noch zu bieten hat, denn bis jetzt habe ich ja nur einen kleinen Teil gesehen.

 

 

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